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Mehr LEBEN für krebskranke Kinder |
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| Bettina-Bräu-Stiftung |
10 Jahre Mehr Leben für krebskranke Kinder - Bettina Bräu Stiftung
Eine kleine Chronik und ein Blick in die Zukunft.
Seit Oktober 1985 wirkt die Elterninitiative Intern 3 im Dr.
von Haunerschen Kinderspital München e.V., eine Gemeinschaft von
tatkräftigen und engagierten Eltern, außergewöhnlich
erfolgreich zum Wohle für an Krebs erkrankte Kinder an der
kinderonkologischen Abteilung dieser Klinik.
Eine recht weitsichtige Tat dieses Vereines, geleitet von Herrn Ernst
Bauer, war es wohl, im Mai 1994 die Einrichtung einer
Stiftung beim bayerischen Innenministerium zu beantragen. Es bestand
die Absicht und die Notwendigkeit, die langfristigen Ziele,
Förderprogramme und Hilfsmaßnahmen für krebskranke
Kinder, die die Initiative begonnen hatte, finanziell abzusichern.
Ferner sollte die Stiftung auch Forschungsprogramme unterstützen.
Damals ahnten die Stifter natürlich noch nicht, wie außergewöhnlich
notwendig solche - von Stiftungen und Vereinen getragene Förder-
und Hilfsmaßnahmen für Kliniken sowie Programme im Rahmen
der Krebsforschung - in der heutigen Zeit sind.
Auch ein Name für die Stiftung wurde schnell gefunden: Mehr
LEBEN für krebskranke Kinder - Bettina Bräu
Stiftung. Die Stiftung wurde ausgestattet aus einer Erbschaft
und einer sehr großzügigen Zuwendung aus einer
Spendenaktion von Frau Irmgard Bräu, einer betroffenen Mutter.
Bettina, die Tochter der Familie Bräu, verlor damals den Kampf
gegen die Krankheit Krebs. Der Name Bettina Bräu
wurde stellvertretend für die vielen verstorbenen Kinder
ausgewählt.
Mehr LEBEN für krebskranke Kinder ist gewissermaßen
Programmziel der Stiftung.
Im August 1994 genehmigte das Bayerische Staatsministerium
des Inneren die Einrichtung einer öffentlichen Stiftung des
bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde auch vom
Finanzamt für Körperschaften München im Rahmen der
öffentlichen Gesundheitspflege als gemeinnützig anerkannt.
Im September 1994 wurden der erste Beirat und der erste
leitende Vorstand bestellt. Den Beirat erfüllten Frau Irmgard
Bräu, Bogen, Frau Dr. Gertraud Burkert, München, Herr Ernst
Bauer, Indersdorf, Herr Rolf Schmücker, Gauting und Herr Prof.
Rainer J. Haas, München, mit Leben.
Den Vorstand bekleideten Frau Christine Meier, Niederaichbach, Herr
Klaus Kirchner, Vilsbiburg und Herr Horst Wendling, Fürstenfeldbruck.
Seit der Gründung arbeiten die Mitglieder der Stiftung harmonisch
und erfolgreich zusammen.
Im März 2002 schied Herr Prof. Dr. R.J. Haas aus Altersgründen
aus. Er vertrat die Belange der Stiftung sehr engagiert und äußerst
kompetent. Die Stiftung bedankt sich recht herzlich. Im März
2004 erfolgte die Kooptation seines Nachfolgers Herr Prof.
Dr. Arndt Borkhardt in den Beirat.
Das erste Jahr war angefüllt mit organisatorischen Angelegenheiten.
Konten wurden eingerichtet, Geldanlagen vorgenommen, Werbeschriften
erstellt und Presseartikel verfasst. Unter Anteilnahme von
interessierten Bürgern aus ganz Bayern, Pressevertretern und der
Mitglieder der Elterninitiative fand im Mai 1995 die
Gründungsfeier in der Blutenburg in München statt.
Die Ziele der Stiftung in einem Satz:
Die Stiftung will helfen, forschen und informieren.
Wir wollen einerseits bei der Lösung sozialer Probleme von
betroffenen Familien mithelfen und andererseits die medizinische
Versorgung der kleinen Patienten verbessern. Das Wirkungsfeld der
Stiftung ist der hämatologisch/onkologische Bereich des Dr. von
Haunerschen Kinderspitals in München unter der Leitung von
Herrn Direktor Professor Dr. Dietrich Reinhardt.
Im Februar 1996 wurden bereits die ersten Fördermaßnahmen
beschlossen.
Erste Hilfsschwerpunkte wurden die Elternwohnungen der
Elterninitiative Intern 3 und die Informationsbroschüren
für Patienten, Eltern und Therapeuten.
Es ist erwiesenermaßen von unschätzbarem Wert, wenn kranke Kinder
auch von ihren Eltern betreut werden.
Zuwendung und Aufmerksamkeit helfen sehr, psychische Probleme zu verhindern.
Die Stiftung trägt zu den Unterhaltskosten der kliniknah
gelegenen Elternwohnungen bei. Das erstrebenswerte Rooming in
ist am Dr. von Haunerschen Kinderspital aus Platzmangel leider nicht möglich.
Als gründliche ergänzende Darstellung der Krankheitsbilder,
Diagnose- und Therapiemaßnahmen sowie als psychosozialer
Ratgeber helfen die Informationsschriften über die jeweilige
Krankheit der Kinder den Eltern dabei, ein aktiver Partner des
Behandlungsteams zu sein, Ängste abzubauen und aufzuklären.
Im März 2001 wurde das Informationsangebot durch zusätzliche
Broschüren erweitert. Die Stiftung gewährleistet die
Herstellung und den Vertrieb dieser Ratgeber.
Die Stiftung fördert diese beiden Projekte bis heute. Sie sind eine
Langzeitaufgabe, für die wir immer wieder um Spenden werben.
Unterstützt man die medizinische Forschung und die Verbesserung der Heilmethoden
hilft man allen erkrankten Kindern. Die Stiftung hat gemäß
ihrer Satzung hier einen Schwerpunkt.
Von Mai 1998 an finanzierte die Stiftung eine Forschungsstudie
zum Thema Ernährung krebskranker Kinder.
Diese Studie wurde im Februar 2003 erfolgreich abgeschlossen.
Die Ernährung eines kranken Kindes ist eine Voraussetzung für
den Heilungserfolg. Durch die Chemotherapie treten aber immer wieder
Ernährungsprobleme auf. Mundgeschwüre, Übelkeit und
abnorme Hunger- und Sättigungsgefühle führen zur
Mangelernährung.
Die Ergebnisse der Arbeiten werden derzeit in einem Ratgeber für
Patienten und Eltern von Frau Dr. Irene Schmid, Oberärztin am Dr. von Haunerschen
Kinderspital und Leiterin des Projektes, zusammengefasst.
Angereichert mit der immensen Erfahrung von Frau OÄ Dr. Schmid
auf diesem Gebiet wird er für alle krebskranken Kinder und deren
Eltern von großem Nutzen sein.
Noch in diesem Jahr wird die Stiftung den Ernährungsratgeber herausgeben.
Zwischen Juni 1998 und Mai 1999 finanzierte die Stiftung die
Herstellung eines Ambulanzmanuals. Warum?
Krebskranke Kinder sind manchmal nur krank. Ärzte stehen vor
allem nachts, wenn Spezialisten nicht in der Klinik anwesend sind,
vor besonderen Schwierigkeiten, denn die Erst- bzw. Notversorgung
erkrankter Kinder stellt eine besondere Hürde dar. Die richtige
Diagnose in der Ambulanz und eine optimale Erstversorgung können
lebensrettend sein. Bis dahin fehlte ein derartig aufbereitetes und
in dieser übersichtlichen Form gestaltetes Buch in den
Kinderkliniken bzw. bei Kinderärzten. Verfasst wurde es
ebenfalls von Frau OÄ Dr. Irene Schmid. Es findet im
deutschsprachigen Raum großen Anklang. Die Stiftung trägt
auch die Kosten des Vertriebes und unterstützt damit ein
wichtiges Werk zum Wohle der Kinder.
Ab September 2000 übernahm die Stiftung Kosten für
Untersuchungen zur Vermeidung schädlicher
Nebenwirkungen der Chemotherapie.
Es ist bekannt, dass Chemotherapie diverse Nebenwirkungen hervorruft, ist
aber derzeit die einzige wirksame medizinische Behandlungsmethode für
krebs-kranke Kinder. Ein wichtiges, sehr gut wirkendes Medikament ist
Doxorubicin, das bei einigen Patienten, die zwar von ihrer Krankheit
geheilt sind, Probleme mit dem Herzen verursacht.
Eine Forschungsgruppe am Dr. von Haunerschen Kinderspital, unter der
Leitung der Kinderärztin Frau Dr. Irmela Jeremias, sucht
Möglichkeiten, wie man die Herzzellen zukünftig vor
Doxorubicin schützen kann. Voraussichtliches Ende der Arbeiten
ist September 2004.
Im März 2003 leistete die Stiftung einen Zuschuss zur Errichtung der
neuen Transplantationseinheiten an die Elterninitiative Intern
3. Die Finanzierung der Einrichtungen dieser Einheiten wird für
die Elterninitiative eine der größten Investitionen im Dr.
von Haunerschen Kinderspital sein. Die Anzahl der Knochenmark- bzw.
Stammzelltransplantationen hat in den letzten Jahren sehr zugenommen.
Diese Tatsache ist auch mit verantwortlich dafür, dass in den
letzten Jahrzehnten die Heilungsraten für an Krebs erkrankte
Kinder kontinuierlich anstiegen. Sie liegen derzeit bei ca. 80%.
In der letzten Hauptversammlung der Stiftung im März 2004
stellten wir die Weichen für zwei weitere Forschungsprojekte.
Mitte des Jahres 2004 beginnen voraussichtlich Forschungsarbeiten
zur Behandlungsverbesserung der Aplastischen Anämie.
Die aplastische Anämie ist eine lebensbedrohliche Erkrankung des
Knochenmarkes. Sie zeigt sich durch Blutarmut, hervorgerufen durch
eine erworbene Störung der Blutbildung im Knochenmark. Behandelt
wird mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, oder
durch eine Knochenmarktransplantation. Die Überlebensrate bei
Kindern liegt derzeit bei ca. 85%. Die Stiftung unterstützt im
Rahmen einer umfangreichen Studie ein Forschungsteam, das
herausfinden soll, welche Kinder zuerst einer
Knochenmarktransplantation unterzogen werden müssen und welchen
Kindern primär mit einer immunsuppressiven Behandlung geholfen
werden kann.
Die Leitung des Forschungsprojektes Behandlungsverbesserung
der Aplastischen Anämie liegt in den Händen von Herrn
Prof. Dr. Arndt Borkhardt. Seit
November 2003 ist er Leiter der Hämatologisch/Onkologischen
Station am Dr. von Haunerschen Kinderspital.
Im Oktober 2004 werden Forschungsarbeiten mit dem Medikament
TRAIL zur Vermeidung von Nebenwirkungen der
Chemotherapie beginnen. Die Leitung hat wiederum Frau Dr.
Irmela Jeremias.
TRAIL, ein Protein, gilt als hoffnungsvolles Chemotherapeutikum für die
Zukunft. Es zeigte im Tierversuch keine Nebenwirkungen, auch wenn
hohe Dosen verabreicht wurden. Jeder Mensch bildet TRAIL in seinem
Körper. TRAIL trägt dazu bei, die Entstehung von Tumoren zu
verhindern, da es in vielen verschiedenen Tumorzellen Zelltod
auslöst. Erkenntnisse darüber, wie TRAIL auf Tumorzellen
wirkt, welche Veränderungen es in Tumorzellen auslöst,
welche Moleküle in den Zellen aktiviert werden, wie dies
reguliert wird, ist Ziel der Untersuchungen.
Die Stiftung unterstützt diese Forschungsarbeiten, weil sie die
Chemotherapie bei Kindern verbessern werden.
Ich möchte abschließend natürlich nicht versäumen,
einen besonderen Dank an die ehrenamtlich wirkenden Autoren der
Informationsbroschüren auszusprechen, ebenso ein herzliches
Dankeschön an die Leiterinnen der Forschungs-projekte Frau Dr.
Irene Schmid und Frau Dr. Irmela Jeremias und ihre Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter für die große Kooperationsbereitschaft.
Einen recht herzlichen Dank auch an Herrn Professor Arndt Borkhardt,
der sich spontan bereit erklärte, in der Stiftung mitzuwirken.
Er vermittelte den Stiftungsmitgliedern das gute Gefühl, dass
die Ziele der Stiftung auch seine Ziele sind. -
Liebe Leser, die Mehr LEBEN für krebskranke Kinder - Bettina Bräu
Stiftung ist immer noch eine relativ kleine Stiftung. Wir waren
und sind stets bestrebt, die Stiftungsmittel derart zu verwenden,
dass ein Maximum an Nutzen für alle krebskranken Kinder
erzielt wird. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir in den letzten
10 Jahren einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, um das Los der
an Krebs erkrankten Kinder zu verbessern.
Wir würden gerne noch mehr leisten.
Deshalb die Bitte an alle: unterstützen Sie auch weiterhin großzügig
unsere Stiftung durch Spenden und Zustiftungen!
Bei allen Spendern, Freunden und Förderern, die uns in den
vergangenen 10 Jahren so tatkräftig und großzügig
unterstützt haben, bedanken sich Beirat und Vorstand -
im Namen aller krebskranken Kinder, denen wir mittelbar und unmittelbar
helfen konnten.
Horst Wendling 1.Vorstand
Der Orginaltext als PDF-Dokument (357 kB)
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