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Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V. |
| Ernst Bauer |
HOP(e)-Center München
Eine Quiz-Frage: Wissen Sie eigentlich,
was das HOP(e)-Center München derzeit ist, wie der Fortschritt geplant ist und wie
die Planung verwirklicht werden kann?
Was verstehen Sie unter dem HOP(e)-Center München?
Es gab bereits Stimmen, die meinten,
dies wäre ein Hirngespinst profilneurotischer Initiativler!
- Ist es die Installation einer neuen
Abteilung zur Stammzell- (Knochenmark-)Transplantation im Hauner?
- Ist es ein Weg, dem Klinikum unter
den kritikwürdigen Sparmaßnahmen der Politik im
Gesundheitswesen mehr Geld in die Kassen zu spülen?
- Oder ist es etwas mehr, eine durchdachte Planung für die Zukunft?
Derzeit muss in der Kinderkrebsstation
Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München
jährlich ca. 70 Patienten und deren Eltern die Mitteilung
gemacht werden, dass es sich bei der Erkrankung um Krebs handelt. Da
die anschließende Behandlung über Jahre läuft, es zu
Rückfällen kommen kann, muss man davon ausgehen, dass
durchgehend ungefähr 400 Kinder im Hauner auf eine
endgültige Heilung hoffen. Durch die Fusion mit der Krebsstation
der Poliklinik werden diese Behandlungen auf 600 Kinder ansteigen.
Wie sieht diese Behandlung aus?
Wie ist die Kinderkrebsstation
untergliedert?
Wo gibt es Defizite und wie können diese beseitigt werden?
Hier ein fiktives Beispiel:
- Ein Junge, nennen wir ihn Ralf, ist 3
Jahre alt. Seine Eltern bemerken, dass er sehr schnell ermüdet.
Plötzlich Ein Junge, nennen wir ihn Ralf, ist 3 Jahre alt. Seine
Eltern bemerken, dass er sehr schnell ermüdet. Plötzlich
bekommt er blaue Flecken, die sich nicht erklären lassen.
- Die Eltern gehen mit ihm zum Kinderarzt.
- Der Kinderarzt hat während seiner
Ausbildung im Hauner gearbeitet und kennt die Zeichen der
Leukämie. Er empfiehlt den Eltern, ins Hauner zu gehen.
- Dort wird Ralf untersucht, es wird ihm
Blut abgenommen und es steht ohne Zeitverlust und zweifelsfrei fest:
Ralf hat eine Leukämie.
- Danach beginnt die Behandlung. Nach
Monaten sind Ralf und seine Eltern sicher, er ist geheilt.
Dies ist ein fiktiver Idealfall.
Die Realität sieht häufig anders aus:
- Das Erkennen von Krebserkrankungen bei Kindern dauert zu lange.
- Es müssen Informationen von anderen Ärzten eingeholt werden.
- Es müssen Behandlungspläne
erarbeitet werden. Es geht um die Zusammenarbeit mit Spezialisten der
Gentechnologie, der Immunologie, der Kinderchirurgie bei anstehenden
Operationen und weiteren Spezialisten.
- Die Behandlung auf der Bettenstation,
evtl. in der Tagesklinik, geht häufig über Jahre. Deshalb
muss gesichert sein, dass ausreichend Platz und Personal vorhanden
sind.
- Es geht darum, die psychosozialen
Probleme, d.h. der finanziellen Situation, aber auch in der
Partnerschaft der Eltern und das Wie weitermachen zu
analysieren und zu optimieren.
- Es muss gewährleistet sein, dass
bei nötigen Spezialmaßnahmen, wie der Knochenmark- oder
Stammzelltransplantation, sofort ohne Wartezeiten Spezialbetten mit
entsprechendem Personal zur Verfügung stehen.
Und damit sind wir bei des Rätsels Lösung:
das HOP(e)-Center München
= Hämatologisch-Onkologisch Pädiatrisches Behandlungszentrum München
(das (e) wurde eingefügt, um der Abkürzung einen Sinn zu geben).
Im Zentrum des HOP(e)-Centers München
steht das krebskranke Kind, der Patient mit Erkrankungen des Blutes
oder anderen vergleichbaren Erkrankungen! Auch in Zeiten magerer
Kassen im Gesundheitswesen muss gesichert sein, dass diese Kinder
eine optimale Überlebenschance haben.
Und es gilt der Leitsatz von Herrn
Prof. Rainer Haas:
Es können zwar nicht alle
Kinder geheilt werden, aber allen muss geholfen werden!
Das HOP(e)-Center München ist eine
durchdachte, zum überwiegenden Teil bestehende, aber auch
geplante Einheit, um der Krankheit Krebs bei Kindern mehr Leben abzuringen.
Wir freuen uns auf den neuen Chef,
Herrn PD Dr. med. Arndt Borkhardt, der ab 1. November 2003 die
Leitung der Onkologie übernimmt. Es eilt ihm der Ruf voraus,
dass er nicht nur ein exzellenter Könner der Kinderonkologie
ist, sondern auch viele Projekte zur Forschung mitbringt. Er wird im
Hauner mit Herrn Prof. Dr. med. D. Reinhardt einen der
Onkologie aufgeschlossenen Direktor vorfinden.
Ein besonderes Plus für Herrn PD
Dr. Borkhardt und das HOP(e)-Center München ist die Tatsache,
dass Herr Prof. Dr. med. W. von Schweinitz vor kurzer Zeit die
Leitung der Kinderchirurgie im Hauner übernommen
hat. Herr Prof. von Schweinitz ist Spezialist in der onkologischen
Kinderchirurgie und in viele Forschungsprojekte eingebunden. Herr PD
Dr. Borkhardt findet aber vor allem auch ein Team von Ärzten,
Pflegepersonal und ein psychosoziales Team vor, das von seinem
Vorgänger, Herrn Prof. Dr. med. Rainer Haas, geschaffen wurde.
Dieses Team wurde mittlerweile durch Mitarbeiter der Poliklinik von
Frau Prof. Dr. med. Bender-Götze verstärkt.
Die Kinderkrebsstation wird sich voraussichtlich wie folgt gliedern:
- Die Bettenstation wird Frau
Oberärztin Dr. med. Irene Schmid leiten. Hierher werden Kinder
eingewiesen, deren Krankheitsverlauf einen Aufenthalt in der Klinik
nötig macht. Das Problem der Bettenstation ist die Tatsache,
dass weder die Anzahl der Betten noch die man-power
ausreichend sind, um den Ansturm nach der Fusion mit der Poliklinik
zu meistern. Aber zumindest in der Raumfrage zeichnet sich ab, dass
mit der Fertigstellung des Transplantationszentrums Platz frei wird.
- Die Tagesklinik leitet Frau
Oberärztin Dr. med. Ulrike Graubner. Hier werden Kinder
behandelt und betreut, die abends wieder nach Hause dürfen.
Vor Jahren konnte die Elterninitiative
Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V. diese
Idee durchsetzen und hat sich erheblich an der Finanzierung der
Ausstattung beteiligt. Gott sei Dank wurde damals bei der Planung
schon die Fusion berücksichtigt.
- Frau Oberärztin Dr. med. Monika
Führer ist vorgesehen, die Unterabteilung Transplantation zu
leiten. Und hier gibt es die meisten Probleme. Durch die Fusion der
beiden Krebsstationen wurde die Kapazität halbiert. Es gibt
Wartelisten, Kinder müssen abgewiesen werden, es werden Risiken
eingegangen, um Betten neu zu belegen. Deshalb haben wir bis zu 1,5
Millionen Euro aus Spendengeldern zugesagt, ein neues
Transplantationszentrum zu bauen. Hoffentlich ist der Bau schon im
Gange, wenn Sie dieses Onkie in Händen halten. Ein
besonderes Dankeschön an die Verantwortlichen der
Kinderchirurgie, aber auch an die Kieferchirurgie für die
Bereitstellung des Raumes! Diese Baumaßnahme bringt auch Platz
auf der Bettenstation.
- Jedem ist bewusst, dass eine dermaßen
existenzbedrohende Erkrankung nicht nur für den Patienten,
sondern auch für die Familie, Eltern, Geschwister, Großeltern,
d.h. für das gesamte Umfeld, Fragen und Probleme bringt. Das
psychosoziale Team bietet Hilfe an bei psychischen Problemen, bei
puren Fragen nach sozialer Hilfe, ist also Ansprechpartner bei
Situationen, die Mediziner nicht beantworten. Dabei arbeitet es mit
Kona, der Nachsorgeeinrichtung für München,
zusammen. Außerdem kümmert sich das Team um die Hilfe
nach innen, bietet Seminare und Gruppenarbeit für
Mitarbeiter an.
- Ein wichtiger Bestandteil des HOP(e) - Centers wird sicher die Forschung sein. Es gibt im Hauner bereits
zwei Forschungslabors, die durch uns, die Elterninitiative Intern 3
im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V. initiiert und
finanziert wurden (ein Kryo- und ein Zytokin-Labor). Außerdem
hat die Initiative die Ausstattung für ein Ernährungsprojekt
übernommen. Selbstverständlich liegt uns die Forschung sehr
am Herzen.
Deshalb wurde von der Elterninitiative
die Mehr Leben für krebskranke Kinder - Bettina-Bräu-Stiftung
gegründet. Sie wird in Zukunft Ansprechpartner für
Fördergelder bei Forschungsvorhaben sein.
Und der Mediziner-Nachwuchs? Der
Nucleus der kurzen Wege im Hauner wird den zukünftigen
Kinderärzten sicher in Erinnerung bleiben. Wir hoffen, dass es
zukünftig nicht mehr vorkommt, dass Kinder mit ihrer
Krebserkrankung nach einer langen Odyssee zur richtigen
Behandlungsstätte kommen.
Lieber Leser dieser Zeilen, lieber Betroffener,
liebes Behandlungsteam im Hauner, lieber Spender!
Wir haben zusammen schon viel erreicht.
Lasst uns zusammenstehen, das HOP(e)-Center München zu realisieren.
Denn wir werden es schaffen!
Und dafür danke ich Ihnen herzlich!
Ihr
Der Orginaltext als PDF-Dokument (278 kB)
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