Logo Onkie Nr.6 - Herbst 2003

Das Magazin der Hämatologisch-Onkologischen Abteilung
im Dr. von Haunerschen Kinderspital München
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Elterninitiative
Intern 3
Bettina-Bräu-Stiftung

Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V.

Ernst Bauer

HOP(e)-Center München
Eine Quiz-Frage: Wissen Sie eigentlich, was das HOP(e)-Center München derzeit ist, wie der Fortschritt geplant ist und wie die Planung verwirklicht werden kann?

Was verstehen Sie unter dem HOP(e)-Center München?

Es gab bereits Stimmen, die meinten, dies wäre ein Hirngespinst profilneurotischer Initiativler!

  • Ist es die Installation einer neuen Abteilung zur Stammzell- (Knochenmark-)Transplantation im „Hauner“?
  • Ist es ein Weg, dem Klinikum unter den kritikwürdigen Sparmaßnahmen der Politik im Gesundheitswesen mehr Geld in die Kassen zu spülen?
  • Oder ist es etwas mehr, eine durchdachte Planung für die Zukunft?

Derzeit muss in der Kinderkrebsstation „Intern 3“ im Dr. von Haunerschen Kinderspital München jährlich ca. 70 Patienten und deren Eltern die Mitteilung gemacht werden, dass es sich bei der Erkrankung um Krebs handelt. Da die anschließende Behandlung über Jahre läuft, es zu Rückfällen kommen kann, muss man davon ausgehen, dass durchgehend ungefähr 400 Kinder im „Hauner“ auf eine endgültige Heilung hoffen. Durch die Fusion mit der Krebsstation der Poliklinik werden diese Behandlungen auf 600 Kinder ansteigen.

Wie sieht diese Behandlung aus?
Wie ist die Kinderkrebsstation untergliedert?
Wo gibt es Defizite und wie können diese beseitigt werden?

    Hier ein fiktives Beispiel:
  • Ein Junge, nennen wir ihn Ralf, ist 3 Jahre alt. Seine Eltern bemerken, dass er sehr schnell ermüdet. Plötzlich Ein Junge, nennen wir ihn Ralf, ist 3 Jahre alt. Seine Eltern bemerken, dass er sehr schnell ermüdet. Plötzlich bekommt er blaue Flecken, die sich nicht erklären lassen.
  • Die Eltern gehen mit ihm zum Kinderarzt.
  • Der Kinderarzt hat während seiner Ausbildung im „Hauner“ gearbeitet und kennt die Zeichen der Leukämie. Er empfiehlt den Eltern, ins „Hauner“ zu gehen.
  • Dort wird Ralf untersucht, es wird ihm Blut abgenommen und es steht ohne Zeitverlust und zweifelsfrei fest: Ralf hat eine Leukämie.
  • Danach beginnt die Behandlung. Nach Monaten sind Ralf und seine Eltern sicher, er ist geheilt.

Dies ist ein fiktiver Idealfall.

    Die Realität sieht häufig anders aus:
  • Das Erkennen von Krebserkrankungen bei Kindern dauert zu lange.
  • Es müssen Informationen von anderen Ärzten eingeholt werden.
  • Es müssen Behandlungspläne erarbeitet werden. Es geht um die Zusammenarbeit mit Spezialisten der Gentechnologie, der Immunologie, der Kinderchirurgie bei anstehenden Operationen und weiteren Spezialisten.
  • Die Behandlung auf der Bettenstation, evtl. in der Tagesklinik, geht häufig über Jahre. Deshalb muss gesichert sein, dass ausreichend Platz und Personal vorhanden sind.
  • Es geht darum, die psychosozialen Probleme, d.h. der finanziellen Situation, aber auch in der Partnerschaft der Eltern und das „Wie weitermachen“ zu analysieren und zu optimieren.
  • Es muss gewährleistet sein, dass bei nötigen Spezialmaßnahmen, wie der Knochenmark- oder Stammzelltransplantation, sofort ohne Wartezeiten Spezialbetten mit entsprechendem Personal zur Verfügung stehen.

Und damit sind wir bei des Rätsels Lösung:
das HOP(e)-Center München = Hämatologisch-Onkologisch Pädiatrisches Behandlungszentrum München
(das (e) wurde eingefügt, um der Abkürzung einen Sinn zu geben).

Im Zentrum des HOP(e)-Centers München steht das krebskranke Kind, der Patient mit Erkrankungen des Blutes oder anderen vergleichbaren Erkrankungen! Auch in Zeiten magerer Kassen im Gesundheitswesen muss gesichert sein, dass diese Kinder eine optimale Überlebenschance haben.

Und es gilt der Leitsatz von Herrn Prof. Rainer Haas:
„Es können zwar nicht alle Kinder geheilt werden, aber allen muss geholfen werden!“

Das HOP(e)-Center München ist eine durchdachte, zum überwiegenden Teil bestehende, aber auch geplante Einheit, um der Krankheit Krebs bei Kindern mehr Leben abzuringen.

Wir freuen uns auf den neuen Chef, Herrn PD Dr. med. Arndt Borkhardt, der ab 1. November 2003 die Leitung der Onkologie übernimmt. Es eilt ihm der Ruf voraus, dass er nicht nur ein exzellenter Könner der Kinderonkologie ist, sondern auch viele Projekte zur Forschung mitbringt. Er wird im „Hauner“ mit Herrn Prof. Dr. med. D. Reinhardt einen der Onkologie aufgeschlossenen Direktor vorfinden.
Ein besonderes Plus für Herrn PD Dr. Borkhardt und das HOP(e)-Center München ist die Tatsache, dass Herr Prof. Dr. med. W. von Schweinitz vor kurzer Zeit die Leitung der Kinderchirurgie im „Hauner“ übernommen hat. Herr Prof. von Schweinitz ist Spezialist in der onkologischen Kinderchirurgie und in viele Forschungsprojekte eingebunden. Herr PD Dr. Borkhardt findet aber vor allem auch ein Team von Ärzten, Pflegepersonal und ein psychosoziales Team vor, das von seinem Vorgänger, Herrn Prof. Dr. med. Rainer Haas, geschaffen wurde. Dieses Team wurde mittlerweile durch Mitarbeiter der Poliklinik von Frau Prof. Dr. med. Bender-Götze verstärkt.

HOP(e)-Center München
    Die Kinderkrebsstation wird sich voraussichtlich wie folgt gliedern:
  • Die Bettenstation wird Frau Oberärztin Dr. med. Irene Schmid leiten. Hierher werden Kinder eingewiesen, deren Krankheitsverlauf einen Aufenthalt in der Klinik nötig macht. Das Problem der Bettenstation ist die Tatsache, dass weder die Anzahl der Betten noch die „man-power“ ausreichend sind, um den Ansturm nach der Fusion mit der Poliklinik zu meistern. Aber zumindest in der Raumfrage zeichnet sich ab, dass mit der Fertigstellung des Transplantationszentrums Platz frei wird.
  • Die Tagesklinik leitet Frau Oberärztin Dr. med. Ulrike Graubner. Hier werden Kinder behandelt und betreut, die „abends wieder nach Hause dürfen“.
    Vor Jahren konnte die Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V. diese Idee durchsetzen und hat sich erheblich an der Finanzierung der Ausstattung beteiligt. Gott sei Dank wurde damals bei der Planung schon die Fusion berücksichtigt.
  • Frau Oberärztin Dr. med. Monika Führer ist vorgesehen, die Unterabteilung Transplantation zu leiten. Und hier gibt es die meisten Probleme. Durch die Fusion der beiden Krebsstationen wurde die Kapazität halbiert. Es gibt Wartelisten, Kinder müssen abgewiesen werden, es werden Risiken eingegangen, um Betten neu zu belegen. Deshalb haben wir bis zu 1,5 Millionen Euro aus Spendengeldern zugesagt, ein neues Transplantationszentrum zu bauen. Hoffentlich ist der Bau schon im Gange, wenn Sie dieses „Onkie“ in Händen halten. Ein besonderes „Dankeschön“ an die Verantwortlichen der Kinderchirurgie, aber auch an die Kieferchirurgie für die Bereitstellung des Raumes! Diese Baumaßnahme bringt auch Platz auf der Bettenstation.
  • Jedem ist bewusst, dass eine dermaßen existenzbedrohende Erkrankung nicht nur für den Patienten, sondern auch für die Familie, Eltern, Geschwister, Großeltern, d.h. für das gesamte Umfeld, Fragen und Probleme bringt. Das psychosoziale Team bietet Hilfe an bei psychischen Problemen, bei puren Fragen nach sozialer Hilfe, ist also Ansprechpartner bei Situationen, die Mediziner nicht beantworten. Dabei arbeitet es mit „Kona“, der Nachsorgeeinrichtung für München, zusammen. Außerdem kümmert sich das Team um die „Hilfe nach innen“, bietet Seminare und Gruppenarbeit für Mitarbeiter an.
  • Ein wichtiger Bestandteil des HOP(e) - Centers wird sicher die Forschung sein. Es gibt im Hauner bereits zwei Forschungslabors, die durch uns, die Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V. initiiert und finanziert wurden (ein Kryo- und ein Zytokin-Labor). Außerdem hat die Initiative die Ausstattung für ein Ernährungsprojekt übernommen. Selbstverständlich liegt uns die Forschung sehr am Herzen.

Deshalb wurde von der Elterninitiative die Mehr Leben für krebskranke Kinder - Bettina-Bräu-Stiftung gegründet. Sie wird in Zukunft Ansprechpartner für Fördergelder bei Forschungsvorhaben sein.

Und der Mediziner-Nachwuchs? Der „Nucleus der kurzen Wege“ im Hauner wird den zukünftigen Kinderärzten sicher in Erinnerung bleiben. Wir hoffen, dass es zukünftig nicht mehr vorkommt, dass Kinder mit ihrer Krebserkrankung nach einer langen Odyssee zur richtigen Behandlungsstätte kommen.

Lieber Leser dieser Zeilen, lieber Betroffener,
liebes Behandlungsteam im Hauner, lieber Spender!
Wir haben zusammen schon viel erreicht.
Lasst uns zusammenstehen, das HOP(e)-Center München zu realisieren.
Denn wir werden es schaffen!
Und dafür danke ich Ihnen herzlich!
IhrErnst Bauer

Der Orginaltext als PDF-Dokument (278 kB)

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Zuletzt aktualisiert durch Udo Fischer, 15.10.2011