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Onkie Nr.5 - Winter 2002/2003 Das Magazin der Hämatologisch-Onkologischen Abteilung im Dr. von Haunerschen Kinderspital München |
Nachbarschaftliche BegegnungTür an Tür
Liane Höllrigl ist sehr interessiert an der Arbeit im Projekt Omnibus: L. H.: Pater Korbinian, längere Zeit schon wohnen wir Tür an Tür in angenehmer Nachbarschaft. Dennoch habe ich einige Fragen an Sie: Seit wann gibt es das Projekt Omnibus und was bedeutet dieser Name? Pater Korbinian: Angefangen hat es 1985. "Omnibus" bedeutet "Für alle". L. H.: Was ich schon lange wissen wollte: Wie viele Unterkunftsmöglichkeiten haben Sie in Ihrem Haus? Pater Korbinian: Wir haben 25 Zimmer, es gibt Einzel-, Doppel- und Vier-Bett-Zimmer. L. H.: Seit wann gibt es diese Möglichkeiten? Pater Korbinian: Im Frühjahr 1999 sind wir ins neue Haus Lindwurmstraße 79 umgezogen. L. H.: Wie wird nun die vorherige Wohnung in der Lindwurmstraße 77 genutzt? Pater Korbinian: Hier werden die Eltern empfangen. Es gibt ein großes Wohnzimmer für gemeinsames Frühstück und Abendessen und es wird auch als Büro genützt. L. H.: Wieso bekommen Ihre Gäste ein Frühstück serviert? Pater Korbinian: Es sind Eltern, deren Kinder auf der Intensiv-Station liegen. Frühstückszeit ist in der Klinik bis ca. 8:30 Uhr, die Eltern können aber erst ab 10°° Uhr zu ihren Kindern. So wird diese Zeit genutzt, um bei einem gemütlichen Frühstück Gespräche zu führen. L. H.: Aus welchen Stationen kommen die Gäste zu Projekt Omnibus? Pater Korbinian: Eigentlich aus allen Stationen außer der kinderonkologischen Abteilung, z.B. aus der Poliklinik und aus der Augenklinik oder ambulant betreute Kinder. L. H.: Finden auch Ehepartner und Geschwisterkinder Aufnahme bei Ihnen? Pater Korbinian: Ja, natürlich. L. H.: Das alles können Sie sicher nicht alleine bewältigen. Wieviele Helfer haben Sie? Pater Korbinian: Ein ganzes Haus zu betreuen erfordert wirklich einen großen Zeitaufwand. Deshalb bin ich sehr froh um die Hilfe von Sr. Daniela, Br. Engelbert und den ehrenamtlichen Helfern. L. H.: Haben Sie auch einen guten Geist, der für Sie kocht? Pater Korbinian: Ein bisschen kann ich selber, aber alle kochen für mich mit. L. H.: Sind Sie der einzige Seelsorger im Dr. von Haunerschen Kinderspital? Haben Sie auch eine Vertretung? Pater Korbinian: Wir sind ein Team. Dazu gehören Frau Heidi Müller, katholische Seelsorge, Frau Pfarrerin Clementine Mertens und Herr Pfarrer Claus Langenfaß von der evangelischen Seelsorge. Meine Schwerpunkte sind die Intensiv-Stationen. Frau Müller betreut u.a. die Station Intern 3. Auf Anfrage kommen wir auch auf andere Stationen, die evangelischen Kollegen sind auf den chirurgischen und internen Stationen. L. H.: Nun möchte ich gerne erfahren, ob es in der Kinderklinik eine Kapelle gibt und wie oft Gottesdienste stattfinden? Pater Korbinian: Es gibt eine Kapelle im Altbau im 4. Stock. Gottesdienste finden jeden Sonntag statt. L. H.: Wussten Sie, als Sie das Projekt Omnibus übernahmen, wie viel Arbeit auf Sie zukommen würde? Pater Korbinian: Nur in etwa. Ich war bereits vorher in der Klinikseelsorge tätig, aber die Tätigkeit in der Kinderklinik ist nochmals anders. L. H.: Bleibt Ihnen zwischen Ihren Aufgaben im Kloster und im Projekt Omnibus eigentlich noch Zeit für sich, z.B. zum Träumen und Ausspannen? Pater Korbinian: Im Kloster habe ich keine Aufgaben zu übernehmen, denn das Projekt Omnibus füllt mich ganz und gar aus. Aber Zeit für mich selbst bleibt mir schon. Einen gewissen Freiraum schaffe ich mir. L. H.: Eine letzte Frage. Woraus schöpfen Sie die Kraft für Ihren unermüdlichen Einsatz? Pater Korbinian: Da gibt es viele Möglichkeiten. Spaziergänge, Rad fahren, Lesen, Meditation und das Gebet. Liane Höllrigl: Vielen Dank für unsere nette Unterhaltung im Treppenhaus. Auf weitere gute Nachbarschaft! Der Orginaltext als PDF-Dokument (247 kB)zum Anfang |