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Elterninitiative Intern 3 im Dr. von Haunerschen Kinderspital München e.V. |
ELTERNINITIATIVE UND STIFTUNG - WO LIEGT DER UNTERSCHIED?
Auch im vergangenen Jahr wurde wieder zur Weihnachtszeit den Kindern
der Kinder-Krebsstation im Dr.von Haunerschen Kinderspital in
vielfältiger Weise geholfen. Es fanden Bazare statt,
Schulklassen spendeten den Erlös von Veranstaltungen,
Bastelgruppen hatten das ganze Jahr gearbeitet. Es kamen runde
Geburtstage dazu, andere Familienfeiern, Geschäfts-und
Vereins-Jubiläen, Sportveranstaltungen, Aktionen von Künstlern
und Prominenten und vieles mehr. Und jedes Jahr wird der Kreis derer
größer, die unsere Arbeit durch eine Spende mittragen. Wie
bereits an anderer Stelle besprochen, sehen wir uns außerstande,
allen in publizistischer Form zu danken. Deshalb ist es mir ein
Anliegen, allen unseren Spendern, Gönnern und Mitarbeitern ein
herzliches Vergelt's Gott zu
sagen. Allen Freunden krebserkrankter Kindern garantiere ich, dass
alle Ihre Hilfen ausschließlich satzungsgemäß für
die Optimierung der Behandlung und für Bedürfnisse der
Patienten verwendet werden. Darüber wacht übrigens auch das
Finanzamt! Und Sie können sicher sein:jede Geste, jede Hilfe
wird von den Patienten und ihren Eltern sehr wohl wahrgenommen und
signalisiert ihnen, dass sie nicht alleingelassen sind mit ihrem
Schicksal Krebs.
Aber besonders bedanken möchte ich mich auch bei meinen vielen
Kolleginnen und Kollegen unserer Initiative vor Ort, die den Kontakt
zu Spendern halten, Informationen weitergeben und auch "Danke"
sagen. Ich kann behaupten, dass es uns immer gelingt, Spenderaktionen
persönlich zu begleiten, wenn wir früh genug dazu
eingeladen werden.
Aber manchmal haben es die Helfer auch schwer. Es kommt hin und wieder
der Vorwurf: "Ich spende doch nicht für Sachen, für
die der Staat zuständig ist! Eigentlich ärgert mich die
Bettelei!Dafür zahle ich ja meine Krankenkassenbeiträge und
Steuern!" Eine Aussage, die sprachlos machen könnte! Aber
dazu fällt mir die Antwort eines sehr sozial engagierten
Freundes ein: "Wenn alles in Ordnung wäre, hätten Sie
recht!"
Ist in der Kinderonkologie alles in Ordnung? Gibt es nichts zu
verbessern?
Ich bin sehr sicher, dass wir auf Grund unseres "insider"-Wissens
als Eltern von geheilten oder verstorbenen Kindern sehr wohl
verstehen, wie vor allem der schicksalhafte Einschnitt dieser
Erkrankung eines Kindes auf den Patienten und sein Umfeld wirkt,
welche Kraft die Behandlung von allen, auch vom Behandlungsteam,
verlangt. Und wie schwierig es für alle ist, aus dem Tal des
Bangens und des Hoffens sich wieder in ein "normales"Leben
einzufügen. Dies gilt für die geheilten Kinder, die
Außerordentliches erlebt und gemeistert haben, für deren
Eltern, Geschwister, Freunde, Verwandtschaft, Kindergarten und
Lehrer, insbesondere aber auch für verwaiste Eltern.
"Wohlbefinden steigert den Heilungs-Erfolg!"
Wir wollen, dass den Kindern während der Behandlung keine
zusätzlichen Probleme entstehen.
- Es ist gewährleistet, dass die ärztliche und pflegerische Versorgung
ausreichend ist. Zusammen mit dem psychosozialen Team ist es möglich, dass
sowohl Zeit für Kissenschlachten aber auch für Tränen bleibt.
- Nicht nur die Bettwäsche ist kindgerecht. Es gibt für Nacht- und
Unterwäsche jederzeit Ersatz.
- Auf allen Zimmern gibt es Fernsehen, Video, evtl. Internet, Telefonanschlüsse, ausreichend Spiele.
- Ein Tapferkeits-Korb und eine Eistruhe werden permanent gefüllt.
Die Eltern sind verunsichert:
- Wir stellen Gratisunterkünfte für Mütter oder Väter in unseren Elternwohnungen zur Verfügung.
- Das psychosoziale Team versucht, seelische Nöte -auch die der Eltern und Geschwister -zu lindern.
- Wir unterstützen, ggf. durch Rechtsbeistand, den Umgang mit Kostenträgern, z.B. um eine Familienkur zu bekommen.
- Ein Sozialfonds versucht finanzielle Härten abzumildern, wenn das "soziale Netz"löchrig ist.
Wie steht es um das Behandlungsteam?
- Leider müssen wir immer noch pro Jahr mehr als 200 000
EURO für die Finanzierung von Personal ausgeben, für die
der Staat kein Geld hat. Behauptet er!Wir betrachten dies nach wie
vor als eine Anschubfinanzierung.
- Wenn die Universität dringend benötigte
Fortbildungsmaßnahmen für ihr Personal nicht finanzieren
kann, springen wir ein.
- Wir unterstützen Selbsterfahrungsgruppenarbeit, um die
Belastungen meistern zu können.
Und was noch?
- Wir haben nicht nur veranlasst, sondern auch finanziell
ermöglicht, dass die erste Tagesklinik für onkologisch
erkrankte Kinder in München eingerichtet wurde. Mittlerweile
haben wir eine Einrichtung, die Modell-Charakter hat.
- Wir haben Räume für das psychosoziale Team
geschaffen und deren Einrichtung finanziert.
- Es gibt zwei Spezial-Labors, in denen nicht nur klinische
Untersuchungen zur Tumortypisierung und Vorbereitungen zur
Transplantation gemacht werden, sondern in denen auch geforscht wird.
- Durch die Fusion der Onkologie der Poliklinik in die
kinderonkologische Station im Hauner wird das HOP(e)-Center
München(Hämatologisch-Onkologisch
Pädiatrisches Behandlungszentrum) entstehen.
- Dazu werden wir als erstes ein
Stammzelltransplantations-Zentrum mit vier Spezialbetten und einem
Multifunktions-Raum bekommen. Für diese Maßnahme haben wir
1,5 Millionen EURO zugesagt.
Sie werden bemerken, die Elterninitiative versucht sehr kurzfristig
Probleme zu lösen. Dies ist auch gut so!
Im Laufe der Zeit wurde allerdings klar, dass es auch Aufgaben gibt, die
über viele Jahre gesichert finanziert werden müssen.
Deshalb gründete die Elterninitiative die "Mehr LEBEN
für krebskranke Kinder - Bettina-Bräu-Stiftung".
Die Stiftung verfügt über angespartes Kapital, aus dessen
Zinserlös sie garantieren kann, über Jahre Projekte zu
begleiten:
- Da es wegen der Raumenge des "Hauner"auch in Zukunft
ausgeschlossen ist, für alle Kinder eine
Mit-Übernachtungsmöglichkeit für Mütter und Väter
zu garantieren, hat die Stiftung die Refinanzierung der
Elternwohnungen übernommen.
- Wie wichtig die kompetente Information für Patienten,
Eltern, aber auch Ärzte ist, beweist der Artikel auf Seite 10
über das Projekt "Info-Broschüren"zu den
verschiedenen Krebserkrankungen bei Kindern. Diese Bücher werden
von der Stiftung betreut. Ein besonderer Verdienst der Stiftung ist
der Vertrieb des "Ambulanzmanuals", eines
Ärzte-Notfallhandbuches der Kinderheilkunde, verfasst von Frau
Oberärztin Dr. Irene Schmid.
- Der wesentliche Schwerpunkt der Stiftung ist die Forschung.
Derzeit werden 2 wichtige Projekte getragen, deren Hintergrund es ist
* Erkenntnisse zu sammeln und zu dokumentieren, um die Ernährung krebserkrankter Kinder zu
optimieren und * grundsätzliche Ergebnisse zum natürlichen Zelltod (Apoptose) zu finden und
dessen Konsequenzen für Krebserkrankungen zu erkennen.
Sowohl Elterninitiative als auch Stiftung können ihre Aufgaben nur
erfüllen, wenn sie mit Spenden und Zustiftungen unterstützt
werden.
Lieber Leser dieses Magazins, lieber Patient, liebe Eltern, Betroffene,
Freunde krebserkrankter Kinder, liebe Behandlungsteams, liebe Gönner
und Spender, eines eint uns alle: wir wollen der Krankheit Krebs
bei Kindern mehr L E B E N abringen!
Herzlichst, Ihr
Der Orginaltext als PDF-Dokument (47 kB)
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