Unser Team umfasst zwei Stationsärztinnen/-ärzte, acht examinierte Kinderkrankenschwestern und eine Stationshilfe.
Zusammen mit den Eltern, dem psychosozialen Team, Lehrern, Erziehern, Seelsorgern und
den Physiotherapeuten ist es unser Ziel, die Kinder während der KMT-Zeit optimal zu versorgen.
bei schweren aplastischen Anämien
Wie wird eine KMT durchgeführt?
Zuerst wird ein Knochenmarkspender gesucht. Dieser ist oft unter
Geschwistern oder in der Familie zu finden. Gibt es innerhalb der
Familie keine Person mit passenden Gewebemerkmalen,wird ein
Fremdspender gesucht.
Die Suche nach dem geeigneten Spender und die Planung der KMT kann einige
Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.
Nach der Aufnahme ins LAF erhält der Patient eine hochdosierte
Chemotherapie bzw. je nach Grunderkrankung zusätzlich eine Teil-
oder Ganzkörperbestrahlung. Diese Behandlungen sind notwendig,um
das eigene,kranke Knochenmark außer Kraft zu setzen
und Platz für ein neues,gesundes Knochenmark zu schaffen.
Das Knochenmark,das die Blutstammzellen enthält, wird dem Spender in
Vollnarkose aus dem großen Beckenknochen entnommen.
In manchen Fällen werden statt Knochenmark periphere Stammzellen
(PBSC) transplantiert. Das heißt,das Knochenmark wird mit einem
auch natürlich im Körper vorkommenden Wachstumshormon
stimuliert. Danach werden die Stammzellen über eine Armvene,ähnlich
wie bei einer Blutwäsche, abgefiltert.
Die gewonnenen Zellen werden von den Ärzten und MTAs aufbereitet und
dem Empfänger wie eine Blutkonserve über den
Hickman-Katheter transfundiert.Durch einen bestimmten,bisher nicht
klar erforschten Reiz finden die transplantierten Zellen den Weg in
die Markknochen des Empfängers.
Nach zwei bis vier Wochen sind sie im Mark des Empfängers
angewachsen, was man in den täglichen Blutproben erkennen kann.
Bis dahin dauert die Phase, in der der Patient besonders vor
Infektionen geschützt werden muss. Dies ist auch der Grund,
warum die Kinder in einer LAF-Einheit isoliert sind.
Der KMT-Termin steht fest -was nun?
Zwei bis drei Wochen vor der Knochenmark-oder Stammzelltransplantation
findet im LAF ein Elterngespräch statt. Dabei erfahren Eltern
und Kinder alles über den gesamten Ablauf der Transplantation
aus Sicht der Ärzte,des Pflegepersonals und des psychosozialen
Teams. Alle auftretenden Fragen oder Probleme können gemeinsam
vor Ort erklärt werden.
Einschleusen ins LAF
Am Tag der Aufnahme werden die Kinder ins LAF eingeschleust. Das
bedeutet, dass die Kinder in einer desinfizierenden Jodlösung
gebadet werden. Die Bakterien auf der Haut werden dadurch stark
vermindert. Für die folgende Zeit der ausgeprägten
Abwehrschwäche ist es wichtig, die Patienten sowohl vor eigenen
als auch fremden Keimen und damit vor Infektionen zuschützen.
Nach dem Bad werden die Kinder ins Zelt gebracht. Dort werden sie am
ganzen Körper eingecremt, der "Hicki-"Verband wird
erneuert und Infusionen angehängt.
Die Kinder müssen nun für die Zeit der Chemotherapie, der KMT
und der Zeit, bis die neuen Zellen angewachsen sind, in der
LAF-Einheit bleiben. Meistens sind das vier bis sechs Wochen.
Hilfe,es wird langweilig!
Nein!Die Eltern haben schon einige Tage vorher Lieblingsspielzeug und
Kuscheltiere, die ebenfalls ins LAF eingeschleust werden, auf die
Station gebracht. Außerdem gibt es einen Fernseher,Videorecorder,
Radiorecorder mit CD-Spieler und ein Telefon.
Erzieher,Lehrer,Physiotherapeutinnen und Psychologen kommen nach einem
individuellen Stundenplan und bringen Abwechslung ins Zelt. Manchmal ist auch
Zeit,um mit den Schwestern zu ratschen und zu spielen.

Einmal in der Woche kommen die Klinik-Clowns zu Besuch.
Was passiert den ganzen Tag?
Um 8 Uhr morgens wechselt die Schwester die Infusionssysteme und
entnimmt dabei Blutproben. Meistens kommen zu dieser Zeit auch schon
die Eltern zu Besuch. Sie haben die Möglichkeit, den ganzen Tag
über bei ihren Kindern zu bleiben. Die Eltern können
entweder zu Hause oder in der hierfür reservierten Elternwohnung
übernachten.
Wenn die Kinder ausgeschlafen haben,gibt es Frühstück.
Am Vormittag erfolgt die Visite durch den/die Stationsarzt/-ärztin,
wobei die Kinder von Kopf bis Fuß untersucht werden. Damit sich
das Ausziehen für die Kinder auch gelohnt hat, erfolgt
anschließend mit Hilfe der Schwester die morgendliche
Ganzkörperwäsche. Während dieser Zeit haben die Eltern
die Möglichkeit, Kaffee zu trinken oder Besorgungen zu
erledigen. Danach können sich die Kinder je nach Bedürfnis
ausruhen oder mit den Eltern spielen.
Hunger und Appetit bestimmen den Zeitpunkt des Mittagessens,das sich die
Kinder am Tag vorher aussuchen dürfen. Mehrmals täglich
müssen Tabletten oder Säfte eingenommen werden.
Zwischendurch wird häufig Fieber und Blutdruck gemessen. Die Patienten sind
die meiste Zeit über zur Sauerstoffmessung an das Pulsoximeter
angeschlossen.
Es ist soweit: die Zellen sind angewachsen!
Etwa zwei bis vier Wochen nach der Transplantation kann man am Blutbild
erkennen, dass sich neue Leukozyten bilden. Das ist dann auch der
Zeitpunkt, zu dem die Kinder aus dem Zelt ausgeschleust werden.
"Ausschleusen" bedeutet aber nicht, dass die Station
verlassen werden kann, sondern, dass die Zelttür nun geöffnet
wird,und die Kinder auch den Vorraum des LAF mitbenutzen können.
Ziel ist es nun,die Patienten wieder auf ein Leben "draußen"
vorzubereiten.
Bei stabilem Allgemeinzustand werden die Kinder tagsüber
stundenweise von der Infusion abgestöpselt. Nun haben die
Patienten die Möglichkeit, auf dem Flur oder im Park spazieren
zu gehen. Dabei ist es wichtig, dass sie einen Mundschutz tragen.
Außerdem brauchen die transplantierten Kinder eine
Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor, da die Haut sehr
empfindlich ist.
Hurra - es geht nach Hause!
Wenn alles gut überstanden ist, d.h.,wenn die Kinder genügend
eigene Leukozyten haben, fieberfrei und von den Infusionen unabhängig
sind,werden sie nach Hause bzw. in die Elternwohnung entlassen.
Die weitere medizinische Betreuung findet anfangs 2 bis 3 Mal wöchentlich
in der onkologischen Tagesklinik durch die Stationsärzte des LAF
statt. Somit können unsere Patienten und ihre Eltern anfallende
Fragen und Probleme ständig vor Ort klären.
KMT =Knochenmarktransplantation,LAF =Laminar-Airflow
PBSC =Periphere Blutstammzellen,Hicki =Hickman-Katheter
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